Das Heilige Remische Reich

Das Heilige Remische Reich besteht aus zwei Landesteilen, die räumlich getrennt sind. Den größten Teil bildet das Mutterland des Reiches heraus, welches als Halbinsel auf der Nordspitze des westlichen Ausläufers des Kontinents Terek Nor liegt. Die Remische Halbinsel wird im Osten von der Ostsee und im Norden und Westen vom Nordmeer begrenzt. Im Süden grenzt die Brudernation Dreibürgen an das Reich, mit welcher es die einzige Außengrenze hat. Dieser Teil des Reiches erstreckt sich insgesamt auf rund 710.000 Quadratkilometer und 85 Millionen Menschen leben in ihm. Auch die quirlige und all zu enge Reichshauptstadt Hohenbrünn mit 3 Millionen Einwohner befindet sich dort.
    Das Klima und das Relief der Remischen Halbinsel ist spannend und vielfältig. Das an Vanezia grenzende Losonien unterscheidet sich nicht nur von der Sprache vom Rest des Reiches, auch das Klima ist milder. Weiter östlich und gen Norden rangend erheben sich die Augustinerberge. Das gewaltige, schneebedeckte, Massiv trennt Losonien auch geografisch von den anderen. Aus dem Gebirge entspringen die zwei mächtigen Ströme Daube und der Rayn.

    Der Reichsteil Stauffen hingegen liegt fernab der Remischen Halbinsel mitten im Westen Terek Nors. Im Süden grenzt es an Narapul, im Osten an Devon und im Norden an Haxagon, welches ein Landesteil der Brudernation Dreibürgen ist. Auf insgesamt 360.000 Quadratmetern leben circa 20 Millionen Einwohner. Stauffen ist im Vergleich zum Mutterland deutlich rückständig und immer noch stark durch die Landwirtschaft geprägt. Während sich die industrielle Entwicklung in den Zukunftsbranchen im Mutterland besonders in den großen Städten immer weiter beschleunigt, ist der stauffische Landesteil vorallem vom Niedergang der alten Schwerindustrie betroffen. Die Schäden an Infrastruktur und Wirtschaft durch den Bürgerkrieg 2008 können nur spärlich behoben werden.

Die zunehmende Globalisierung und das immer schneller werdende Leben haben weltweit zum Verschwimmen der kulturellen Profile der Völker geführt. Auch das Heilige Remische Reich ist von diesen Prozessen nicht verschont geblieben. Doch mag es mehrere Faktoren geben, die diese Entwicklung nachhaltig bremsen. Noch heute sind die Reichsbürger des Heiligen Remischen Reiches keine Remer. Diese Bezeichnung existiert in unserem Wortschatz nicht. Nein, man ist Losonier, Wirtensteiner, Cranacer oder Hohenbrünner. Dieser regionale Eigensinn ist stark ausgeprägt und obwohl dies auf den ersten Blick für einen harmonischen Staatsaufbau wenig förderlich klingt, hat das Reich in seinen Strukturen schon mehr als 1000 Jahre Bestand. Freilich hört sich dies nun sehr verstaubt und rückständig an - das ist es zum Teil auch. Wenn Sie den kayserlichen Hof betrachten, so ist dieser irgendwo zwischen 17. und 18. Jahrhundert stehengeblieben. Überhaupt ist vieles im Reich mit Zeremonie und "Tamtam" verbunden und wirkt sehr mondän.

Ganz anders, schlank und modern, sind dagegen die großen Städte der Reichsstände und allem voran die Reichshauptstadt Hohenbrünn, deren Skyline durch mehrere Hochhäuser geprägt wird. In den letzten 20 Jahren haben sich Städte wie Fallenach, Leibach oder Crenneville von verträumten Residenzstädten zu lauten, schnellen und überbevölkerten Metropolen entwickelt. Die rasende wirtschaftliche Entwicklung hat sich vollständig von der eher langsamen Gesamtentwicklung des Reiches entkoppelt. Hier ist die Moderne, dort strebt man zu neuen Höhen. Die Grundstückspreise haben astronomische Höhen erreicht und der Handel prosperiert. Und mitten drin: ein altes, prächtig dekoriertes, aber völlig windschiefes Häuschen, in welches tagtäglich altertümlich gekleidete Leute ein und aus gehen. Mittags um 12 Uhr verkündet ein Herold auf den Stufen des Hauses die aktuellen Beschlüsse der Großdiät von einem mächtigen Pergament. Auch in den vor der Lichterflut überreizten Großstädten des Reiches, hat sich immer ein Stück Tradition erhalten. Wann immer möglich drängen die gestressten Städter in ihrer Mittagspause aus den engen Büros hin zum Platz vor der Großdiät, um dem Herold und seinen umständlich verschnorkelten Floskeln zu lauschen.